Agile Fluency Model
Kurzbeschreibung & Zweck:
Das Agile Fluency Model beschreibt, wie Teams sich im agilen Arbeiten weiterentwickeln – von ersten Werten bis hin zur systemischen Wirkung. Es hilft, realistische Entwicklungsziele zu setzen und passende Investitionen zu planen. Dabei unterscheidet es vier Fluency-Zonen (Fokus, Liefern, Optimieren, Beeinflussen), die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten und Organisationsunterstützung erfordern.
Ereignisse
Dimensionen
Aufwand
Kompetenz
Dauer
Rahmenbedingungen & Vorbereitung Agile Fluency Model
Du brauchst dafür: Ein agiles Team, das länger als einen Sprint zusammenarbeitet, Offenheit für selbstkritische Reflexion sowie Unterstützung durch das Management für Coaching, technische Exzellenz und Organisationsanpassungen. Zwei bis drei Monate Beobachtungszeit helfen, ein realistisches Fluency-Profil zu erkennen.
Vorbereitung: Lege ein konkretes Geschäftsziel für Agilität fest, zum Beispiel “Time-to-Market um drei Wochen verkürzen”. Erfasse Basisdaten wie Durchlaufzeit, Fehlerrate und Teamklima. Plane einen Workshop, in dem Team und Führung das Modell verstehen, die aktuelle Zone einschätzen und nächste Ziele festlegen.
Wofür gut geeignet?
Das Modell eignet sich besonders für Unternehmen, die agile Teams gezielt entwickeln wollen – z. B. bei Skalierung, Teamentwicklung oder Agile Coaching. Es schafft ein gemeinsames Verständnis über den Reifegrad eines Teams und hilft, sinnvolle Investitionen in Schulung, Struktur oder Kultur abzustimmen. Ideal auch zur Standortbestimmung vor Agile-Transitionen oder bei Team-Retrospektiven.
Fragen und Antworten
Das Modell beschreibt vier Entwicklungsstufen agiler Teams:
Fokus (gemeinsame Werte leben), Liefern (verlässlich Wert erzeugen), Optimieren (Prozesse verbessern) und Beeinflussen (systemische Wirkung entfalten). Jede Zone erfordert andere Fähigkeiten und Unterstützungsmaßnahmen – es geht nicht darum, möglichst „hoch“ zu kommen, sondern bewusst zu wählen, was zur Organisation passt.
Teams lassen sich anhand ihrer Arbeitsweise und Wirkung grob in eine der Fluency-Zonen einordnen. Beobachte z. B. wie verlässlich sie liefern, wie stark sie Prozesse selbst verbessern oder ob sie über Teamgrenzen hinweg Einfluss nehmen. Externe Agile Coaches können zusätzlich strukturierte Assessments durchführen, um diese Einordnung abzusichern.
Ja, doch Fluency bedeutet, dass Fähigkeiten zuverlässig und unter Druck abrufbar sind. Einzelne Highlights reichen nicht.
Die Teamreifematrix hilft Teams und Führungskräften, Entwicklungsstände strukturiert einzuschätzen: Wie weit ist ein Team in Selbstorganisation, Kommunikation und Ergebnisverantwortung? Kombiniert mit dem Agile Fluency Model ergibt sich ein starkes Tandem: strategisches Zielbild plus konkretes Teamfeedback – ideal für Entwicklungsdialoge und Coaching-Impulse.
Wie kannst Du es nutzen?
Schritt 1:
Geschäftsziele und Metriken
Bestimme gemeinsam mit Führungskräften und Mitarbeitenden, was Agilität im Bereich bewirken soll – z. B. „Stillstände um 15 % senken“ oder „Fehlerquote in Prüfprozessen halbieren“. Nutze dazu bestehende Kennzahlen wie Durchlaufzeiten, Ausschussquoten oder Reklamationen. Die 3 Horizonte Modell hilft dabei, operative, taktische und strategische Ziele gleichzeitig zu berücksichtigen – etwa Sofortmaßnahmen, Prozessverbesserungen und kulturelle Entwicklung.
Schritt 2:
Team und Umfeld
Schau dir im Arbeitsalltag an, wie das Team organisiert ist: Wie laufen Schichtübergaben ab? Wie wird Feedback gegeben? Gibt es gemeinsame Problemlösungen im Shopfloor-Meeting? Dokumentiere typische Abläufe, Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege. Das zeigt, wie reif das Team in Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und Qualitätsdenken bereits ist.
Schritt 3:
Fluency-Zone bestimmen
Stelle die vier Entwicklungsstufen des Modells mit praktischen Beispielen aus dem eigenen Bereich vor – z. B. „Team organisiert Schichten eigenständig“ oder „Fehler werden direkt vor Ort besprochen und verbessert“. Lass die Mitarbeitenden anonym einschätzen, wo sie stehen, und besprecht offen, welche Zone erreichbar und sinnvoll ist. Ziel ist eine gemeinsame Entscheidung über den nächsten Entwicklungsschritt – realistisch und mit messbarem Nutzen.
Schritt 4:
Maßnahmen planen
Leite daraus konkrete Verbesserungen ab – z. B. Schulungen zur Fehlersuche, Einführung visueller Standards, neue Rollen wie „Qualitätsbeauftragter in der Linie“ oder Pilotprojekte für mehr Selbstverantwortung. Priorisiere die Vorhaben nach Aufwand und Wirkung auf Sicherheit, Qualität oder Produktivität. Verteile Zuständigkeiten klar, damit jede Maßnahme nachhaltig umgesetzt werden kann.
Schritt 5:
Inspect-Adapt-Zyklus
Integriere die Maßnahmen in Sprint-Backlogs, überprüfe Fortschritte in Retrospektiven und vergleiche KPIs vierteljährlich. Feiere erreichte Zonen-Meilensteine öffentlich, zeige Wirkung und passe Maßnahmen und Ziele an, wenn sich Strategie oder Markt ändern.
Das Agile Fluency Model wurde von Diana Larsen und James Shore entwickelt. Es entstand 2012 als Werkzeug, um agile Teamentwicklung systematisch zu verstehen, messbar zu machen und gezielt zu fördern.







